Warum Ernährung heute oft komplizierter wirkt als sie ist

Noch nie war es so einfach, Informationen über Ernährung zu bekommen. Mit wenigen Klicks finden Sie Empfehlungen zu bestimmten Lebensmitteln, Diäten, Vitaminen oder angeblich optimalen Ernährungsformen.

Das Problem dabei: Nicht jede Information ist gleich zuverlässig.

Einzelne Studien werden in sozialen Medien schnell zu großen Ernährungsempfehlungen. Aus einer interessanten Beobachtung wird eine vermeintliche Wahrheit und aus einem neuen Produkt ein angeblicher Schlüssel zu mehr Gesundheit.

Gleichzeitig widersprechen sich manche Empfehlungen scheinbar komplett.

Das kann verunsichern. Besonders dann, wenn Sie eigentlich nur wissen möchten, wie Sie sich im Alltag vernünftig ernähren können.

Die gute Nachricht: Sie müssen nicht jeden Ernährungstrend kennen.

Viel wichtiger ist es, die grundlegenden Zusammenhänge zu verstehen. Dann können Sie neue Empfehlungen besser einordnen und müssen nicht bei jeder neuen Schlagzeile Ihre Ernährung verändern.

Eine gesunde Ernährung besteht nämlich nicht aus einem geheimen Lebensmittel und auch nicht aus einem perfekten Ernährungsplan. Sie entsteht aus vielen unterschiedlichen Lebensmitteln, sinnvollen Gewohnheiten und einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Nährstoffversorgung und Genuss.

Ihr Körper braucht keine einzelnen Superfoods

Der Begriff „Superfood“ klingt beeindruckend. Er suggeriert, dass bestimmte Lebensmittel außergewöhnliche Eigenschaften besitzen und deshalb unbedingt regelmäßig gegessen werden sollten.

Tatsächlich können viele Lebensmittel wertvolle Nährstoffe liefern. Dafür müssen sie aber nicht exotisch sein.

Heimische Beeren, Äpfel, Haferflocken, Kohl, Karotten, Hülsenfrüchte, Nüsse oder verschiedene Kräuter können genauso interessante Bestandteile einer ausgewogenen Ernährung sein.

Entscheidend ist nicht, ob ein Lebensmittel besonders außergewöhnlich klingt. Entscheidend ist, welchen Platz es in Ihrer gesamten Ernährung einnimmt.

Ein einzelnes Lebensmittel kann keine unausgewogene Ernährung ausgleichen.

Deshalb müssen Sie auch keine teuren Pulver, exotischen Beeren oder speziellen Getränke kaufen, nur weil ihnen außergewöhnliche gesundheitliche Eigenschaften zugeschrieben werden.

Eine vielfältige Auswahl ganz normaler Lebensmittel ist für die meisten Menschen die wesentlich wichtigere Grundlage.

Natürlich bedeutet nicht automatisch gesund

„Natürlich“ ist ein beliebtes Verkaufsargument. Trotzdem sagt dieser Begriff allein noch nichts darüber aus, wie ausgewogen ein Lebensmittel ist.

Auch natürliche Lebensmittel können beispielsweise sehr energiereich sein. Nüsse sind dafür ein gutes Beispiel. Sie liefern wertvolle Nährstoffe, enthalten aber gleichzeitig relativ viel Energie.

Umgekehrt können verarbeitete Lebensmittel durchaus sinnvoll sein.

Tiefgekühltes Gemüse kann beispielsweise eine praktische Möglichkeit sein, regelmäßig Gemüse zu essen. Haferflocken sind verarbeitet, gehören aber trotzdem zu einer sinnvollen Ernährung. Auch Naturjoghurt oder Vollkornbrot entstehen durch Verarbeitung.

Deshalb lohnt sich ein differenzierter Blick.

Nicht die Frage „natürlich oder verarbeitet?“ sollte allein über Ihre Entscheidung bestimmen. Interessanter ist die Frage, welchen Beitrag ein Lebensmittel zu Ihrer gesamten Ernährung leistet.

Je bunter, desto abwechslungsreicher

Eine abwechslungsreiche Ernährung lässt sich erstaunlich einfach sichtbar machen.

Schauen Sie einmal auf Ihren Teller. Besteht Ihre Ernährung überwiegend aus denselben wenigen Lebensmitteln oder wechseln die Zutaten regelmäßig?

Verschiedene Gemüse und Obstsorten bringen unterschiedliche Nährstoffkombinationen und Pflanzenstoffe mit sich. Auch unterschiedliche Getreidearten, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen können für mehr Vielfalt sorgen.

Sie müssen dafür nicht jeden Tag etwas völlig Neues ausprobieren.

Schon kleine Veränderungen reichen aus.

Wenn Sie beispielsweise regelmäßig Reis essen, können Sie gelegentlich Kartoffeln, Hirse oder Vollkornprodukte wählen. Statt immer derselben Gemüsesorte können Sie saisonal wechseln.

So entsteht Abwechslung fast automatisch.

Saisonale Lebensmittel können den Speiseplan bereichern

Saisonales Gemüse und Obst bringt nicht nur Abwechslung, sondern kann auch dabei helfen, den eigenen Speiseplan stärker an der Natur auszurichten.

Im Frühling stehen andere Lebensmittel im Mittelpunkt als im Sommer oder Herbst.

Das kann eine praktische Orientierung für den Einkauf sein.

Statt das ganze Jahr über dieselben Produkte zu kaufen, können Sie regelmäßig neue saisonale Zutaten ausprobieren.

Auch tiefgekühlte oder haltbar gemachte Lebensmittel können sinnvoll sein, wenn frische Ware gerade nicht verfügbar ist.

Gesunde Ernährung muss nicht bedeuten, das ganze Jahr über dasselbe Angebot an Lebensmitteln zu kaufen.

Achten Sie nicht nur auf Kalorien

Kalorien sind ein Teil der Ernährungswissenschaft. Sie allein sagen aber wenig darüber aus, wie wertvoll ein Lebensmittel für Ihre Ernährung ist.

Zwei Lebensmittel können ähnlich viele Kalorien liefern und trotzdem völlig unterschiedlich zusammengesetzt sein.

Ein Lebensmittel kann beispielsweise zusätzlich Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe und Eiweiß liefern. Ein anderes enthält bei ähnlicher Energiemenge deutlich weniger wertvolle Nährstoffe.

Deshalb ist es sinnvoll, nicht ausschließlich auf die Energiemenge zu schauen.

Fragen Sie sich auch: Was bekomme ich für diese Kalorien?

Diese Betrachtungsweise kann helfen, den Fokus wieder stärker auf die Qualität der Ernährung zu lenken.

Portionsgrößen sind individuell

Eine häufige Frage lautet: Wie groß darf eine Portion sein?

Eine pauschale Antwort gibt es darauf nicht.

Der Energiebedarf hängt unter anderem von Körpergröße, Alter, Geschlecht, Bewegung und individuellen körperlichen Voraussetzungen ab.

Ein körperlich aktiver Mensch benötigt möglicherweise deutlich mehr Energie als jemand, der den Großteil des Tages im Sitzen verbringt.

Auch der persönliche Hunger spielt eine Rolle.

Deshalb kann es sinnvoll sein, nicht nur nach vorgegebenen Portionsgrößen zu essen, sondern auch das eigene Hunger und Sättigungsgefühl zu berücksichtigen.

Natürlich können sehr große Portionen energiereicher Lebensmittel dazu führen, dass deutlich mehr Energie aufgenommen wird, als tatsächlich benötigt wird.

Bewusst essen bedeutet deshalb auch, gelegentlich zu hinterfragen, ob man wirklich noch Hunger hat oder einfach aus Gewohnheit weiterisst.

Flüssige Kalorien werden häufig unterschätzt

Beim Essen achten viele Menschen auf ihre Ernährung, vergessen aber Getränke.

Dabei können bestimmte Getränke erhebliche Mengen Zucker und Energie liefern.

Limonaden, gesüßte Kaffeegetränke, Eistees, Energydrinks oder Fruchtsaftgetränke werden schnell konsumiert und machen häufig weniger satt als feste Lebensmittel.

Wasser ist deshalb im Alltag eine besonders einfache Wahl.

Auch ungesüßter Tee eignet sich gut.

Wenn Sie gerne Kaffee trinken, müssen Sie darauf natürlich nicht verzichten. Entscheidend ist vielmehr, welche zusätzlichen Zutaten regelmäßig dazukommen.

Ein stark gesüßtes Getränk mehrmals täglich kann sich über Wochen und Monate deutlich auf die gesamte Energiezufuhr auswirken.

Fruchtsaft ist nicht dasselbe wie Obst

Fruchtsaft wird häufig mit Obst gleichgesetzt. Ganz identisch sind die beiden Lebensmittel aber nicht.

Beim ganzen Obst sorgen unter anderem die Struktur und die enthaltenen Ballaststoffe dafür, dass es gekaut werden muss und langsamer konsumiert wird.

Saft kann dagegen relativ schnell getrunken werden.

Das bedeutet nicht, dass ein Glas Fruchtsaft grundsätzlich problematisch ist. Es zeigt aber, warum ganze Früchte im Alltag häufig die bessere Wahl darstellen.

Wenn Sie gerne Saft trinken, kann es sinnvoll sein, ihn eher als gelegentlichen Bestandteil der Ernährung zu betrachten und den Durst überwiegend mit Wasser zu stillen.

Eiweißversorgung nicht nur beim Sport beachten

Eiweiß wird häufig mit Muskelaufbau und Fitness verbunden. Seine Bedeutung geht jedoch deutlich darüber hinaus.

Eiweiß ist Bestandteil zahlreicher Strukturen und Prozesse im Körper.

Auch Menschen, die keinen Sport treiben, benötigen Eiweiß.

Besonders im höheren Lebensalter kann die ausreichende Versorgung an Bedeutung gewinnen, weil der Erhalt von Muskelmasse wichtiger wird.

Eine abwechslungsreiche Ernährung kann verschiedene Eiweißquellen kombinieren.

Dazu gehören beispielsweise Milchprodukte, Eier, Fisch, Fleisch, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen.

Es muss nicht jede Mahlzeit außergewöhnlich eiweißreich sein. Entscheidend ist die Versorgung über den gesamten Tag und die gesamte Ernährung.

Gute Ernährung beginnt nicht erst beim Essen

Ein interessanter Punkt wird häufig übersehen: Viele Ernährungsentscheidungen fallen, bevor Sie überhaupt Hunger bekommen.

Was befindet sich in Ihrem Kühlschrank? Welche Snacks stehen sichtbar auf dem Küchentisch? Welche Getränke haben Sie zu Hause?

Die Umgebung beeinflusst unser Verhalten.

Wenn Obst leicht erreichbar ist und Süßigkeiten nicht ständig griffbereit liegen, kann es einfacher sein, entsprechende Entscheidungen zu treffen.

Das bedeutet nicht, dass Sie Ihre Küche komplett umgestalten müssen.

Schon kleine Veränderungen können helfen.

Stellen Sie beispielsweise eine Schale mit Obst sichtbar auf. Kaufen Sie Süßigkeiten in kleineren Mengen. Halten Sie Wasser griffbereit.

Je weniger Entscheidungen im stressigen Alltag notwendig sind, desto leichter können gute Gewohnheiten funktionieren.

Hunger und Appetit sind nicht dasselbe

Hunger und Appetit werden häufig miteinander verwechselt.

Hunger ist ein körperliches Signal, das auf einen Bedarf an Nahrung hinweisen kann. Appetit kann dagegen durch Gerüche, Bilder, Gewohnheiten, Emotionen oder bestimmte Situationen ausgelöst werden.

Das bedeutet nicht, dass Appetit etwas Schlechtes ist.

Essen darf Genuss sein.

Interessant wird die Unterscheidung vor allem dann, wenn Sie regelmäßig essen, obwohl Sie eigentlich keinen Hunger haben.

Vielleicht greifen Sie jeden Abend automatisch zu einem Snack, weil Sie es gewohnt sind. Vielleicht gehört der süße Abschluss nach dem Mittagessen einfach dazu.

Solche Gewohnheiten sind nicht automatisch problematisch. Es kann aber hilfreich sein, sie überhaupt wahrzunehmen.

Bewusstsein ist der erste Schritt zu einer freien Entscheidung.

Essen soll satt machen

Eine ausgewogene Mahlzeit sollte nicht nur gut schmecken, sondern auch zufrieden machen.

Lebensmittel mit Ballaststoffen und Eiweiß können zur Sättigung beitragen. Auch die Menge und Zusammensetzung der Mahlzeit spielen eine Rolle.

Wenn Sie beispielsweise hauptsächlich schnell verfügbare Kohlenhydrate essen, kann es sein, dass Sie schneller wieder Hunger bekommen.

Eine abwechslungsreiche Kombination verschiedener Lebensmittel kann dagegen länger sättigen.

Auch das Essverhalten spielt eine Rolle.

Wer Mahlzeiten sehr schnell verschlingt, nimmt möglicherweise weniger bewusst wahr, wann die Sättigung eintritt.

Nehmen Sie sich deshalb Zeit und geben Sie Ihrem Körper die Möglichkeit, seine Signale wahrzunehmen.

Verdauung beginnt mit dem Essen

Auch der Verdauungstrakt profitiert von einer abwechslungsreichen Ernährung.

Ballaststoffe aus pflanzlichen Lebensmitteln sind dabei besonders interessant. Sie gelangen teilweise unverdaut in den Dickdarm und dienen dort unter anderem als Nahrung für bestimmte Darmbakterien.

Das zeigt, warum eine abwechslungsreiche Auswahl pflanzlicher Lebensmittel nicht nur für die Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen interessant ist.

Auch für die Darmgesundheit spielt die Vielfalt der Ernährung eine Rolle.

Wenn Sie bisher wenig Ballaststoffe essen, sollten Sie die Menge nicht von einem Tag auf den anderen massiv erhöhen. Eine schrittweise Steigerung und ausreichend Flüssigkeit können angenehmer sein.

Der Darm mag Vielfalt

Unser Darm beherbergt eine große Gemeinschaft unterschiedlicher Mikroorganismen.

Die Zusammensetzung dieser Darmgemeinschaft wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Dazu gehört auch die Ernährung.

Eine vielfältige Auswahl pflanzlicher Lebensmittel liefert unterschiedliche Ballaststoffe und andere Bestandteile, die für die Darmflora interessant sein können.

Deshalb ist es nicht notwendig, sich auf ein einzelnes „Darm Lebensmittel“ zu konzentrieren.

Viel sinnvoller ist es, regelmäßig unterschiedliche pflanzliche Lebensmittel zu essen.

Das können Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Nüsse und Samen sein.

Auch hier zeigt sich ein Grundprinzip gesunder Ernährung: Vielfalt ist wichtiger als ein einzelner Ernährungstrend.

Was ist mit Fett?

Fett liefert viel Energie und gehört trotzdem zu einer ausgewogenen Ernährung.

Entscheidend ist die Auswahl.

Pflanzliche Öle, Nüsse und Samen können wertvolle ungesättigte Fettsäuren liefern. Auch Fisch kann eine interessante Quelle bestimmter mehrfach ungesättigter Fettsäuren sein.

Sehr fettreiche Lebensmittel sollten dagegen nicht automatisch in großen Mengen gegessen werden, weil sich die Energiezufuhr schnell summieren kann.

Auch hier gilt: Nicht „fettfrei“ ist das Ziel, sondern eine vernünftige Auswahl und Menge.

Salz steckt häufig dort, wo man es nicht erwartet

Wenn von Salz die Rede ist, denken viele Menschen zuerst an den Salzstreuer.

Ein erheblicher Teil der Salzaufnahme kann jedoch über verarbeitete Lebensmittel erfolgen.

Wurstwaren, Brot, Käse, Fertiggerichte, Snacks und andere Produkte können unterschiedlich viel Salz enthalten.

Wer häufiger selbst kocht, hat mehr Einfluss auf die verwendete Salzmenge.

Kräuter, Gewürze, Zwiebeln, Knoblauch, Zitronensaft oder Essig können zusätzlich Geschmack bringen.

Das Ziel sollte nicht sein, Essen völlig salzfrei zu machen. Es geht darum, die Gesamtmenge im Blick zu behalten.

Alkohol gehört nicht zu einer gesunden Ernährung

Alkohol ist gesellschaftlich weit verbreitet und gehört für viele Menschen zu bestimmten Anlässen dazu.

Aus gesundheitlicher Sicht gilt jedoch nicht, dass Alkohol notwendig wäre oder einen gesundheitlichen Vorteil bringen müsste.

Wenn Sie Alkohol trinken, ist ein möglichst geringer Konsum sinnvoll. Regelmäßiger oder hoher Alkoholkonsum kann mit verschiedenen gesundheitlichen Risiken verbunden sein.

Auch hier ist die Gesamtmenge entscheidend.

Ein bewusster Umgang bedeutet, Alkohol nicht als Bestandteil einer gesunden Ernährung zu betrachten, sondern als Genussmittel, dessen Konsum möglichst begrenzt bleiben sollte.

Nahrungsergänzung kann Ernährung nicht ersetzen

Vitamine und Mineralstoffe sind wichtig. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass jeder Mensch Nahrungsergänzungsmittel benötigt.

Ein Präparat kann bei einem tatsächlichen Mangel oder in bestimmten Lebenssituationen sinnvoll sein.

Mehr ist jedoch nicht automatisch besser.

Bestimmte Vitamine können bei sehr hoher Aufnahme ebenfalls unerwünschte Wirkungen verursachen. Deshalb sollte eine Einnahme nicht allein deshalb erfolgen, weil ein Produkt mit Gesundheit wirbt.

Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihre Ernährung bestimmte Nährstoffe nicht ausreichend abdeckt, kann eine individuelle Beratung sinnvoll sein.

Lassen Sie sich nicht von „Detox“ unter Druck setzen

Der menschliche Körper verfügt über eigene Systeme zur Verarbeitung und Ausscheidung verschiedener Stoffwechselprodukte.

Spezielle Detox Getränke oder mehrtägige Entgiftungskuren sind deshalb nicht notwendig, um einen gesunden Körper regelmäßig „zu reinigen“.

Wenn Sie sich nach einer Phase mit viel Essen oder wenig Bewegung wieder besser fühlen möchten, brauchen Sie keine radikale Reinigungskur.

Oft reichen normale Mahlzeiten, ausreichend Flüssigkeit, Bewegung und ausreichend Schlaf.

Der Körper braucht keine spektakuläre Aktion. Er braucht regelmäßig gute Bedingungen.

Gesundheit entsteht nicht durch Verbote

Eine Ernährung voller Verbote kann auf Dauer anstrengend werden.

Wenn jedes Lebensmittel in „gut“ oder „schlecht“ eingeteilt wird, verliert Essen schnell seine Normalität.

Ein gesunder Umgang mit Ernährung erlaubt deshalb auch Ausnahmen.

Sie können einen Eisbecher genießen. Sie können bei einer Feier ein Stück Kuchen essen. Sie können im Urlaub ein regionales Gericht probieren.

Entscheidend ist, dass solche Lebensmittel nicht dauerhaft die Grundlage Ihrer Ernährung bilden.

Gesundheit und Genuss schließen einander nicht aus.

Auch Genuss gehört zur Lebensqualität

Essen erfüllt nicht nur eine biologische Funktion.

Gemeinsame Mahlzeiten können soziale Beziehungen stärken. Kochen kann Freude machen. Lieblingsgerichte können Erinnerungen wecken.

Diese Aspekte sollten bei der Diskussion über gesunde Ernährung nicht vergessen werden.

Eine Ernährungsweise, die zwar theoretisch perfekt aussieht, aber dauerhaft keinen Genuss zulässt, ist für viele Menschen kaum alltagstauglich.

Deshalb darf eine gute Ernährung auch Platz für persönliche Vorlieben haben.

Verändern Sie nicht alles auf einmal

Wer sich vornimmt, ab morgen komplett anders zu essen, setzt sich schnell unter Druck.

Besser ist es, einen konkreten Punkt auszuwählen.

Vielleicht möchten Sie häufiger Gemüse essen. Vielleicht wollen Sie weniger gesüßte Getränke trinken. Vielleicht möchten Sie mehr selbst kochen oder Ihren Konsum von Süßigkeiten bewusster gestalten.

Wenn eine Veränderung funktioniert, können Sie später den nächsten Schritt machen.

So entsteht nach und nach ein Ernährungsstil, der tatsächlich zu Ihrem Leben passt.

Die wichtigsten Fragen, die Sie sich stellen können

Wenn Sie Ihre Ernährung selbst einschätzen möchten, brauchen Sie keinen komplizierten Test.

Fragen Sie sich zunächst, ob Ihr Speiseplan ausreichend abwechslungsreich ist.

  • Wie häufig essen Sie Gemüse und Obst?
  • Wie oft kommen Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte auf den Tisch?
  • Trinken Sie hauptsächlich Wasser oder ungesüßte Getränke?
  • Wie häufig greifen Sie zu Süßigkeiten, Snacks oder stark verarbeiteten Produkten?
  • Essen Sie häufig aus Gewohnheit oder nehmen Sie Ihre Hunger und Sättigungssignale wahr?
  • Und vor allem: Können Sie Ihre Ernährungsweise langfristig beibehalten?

Die Antworten müssen nicht perfekt sein.

Sie zeigen Ihnen lediglich, an welcher Stelle eine kleine Veränderung sinnvoll sein könnte.

Was wirklich für alle gilt

Bei allen individuellen Unterschieden gibt es einige Grundgedanken, die sich als Orientierung für eine ausgewogene Ernährung eignen.

  • Vielfalt ist wichtig.
  • Pflanzliche Lebensmittel sollten einen bedeutenden Platz einnehmen.
  • Ballaststoffreiche Lebensmittel sind wertvoll.
  • Ausreichend Eiweiß gehört zur Ernährung.
  • Wasser ist das wichtigste Getränk.
  • Zuckerreiche und stark verarbeitete Lebensmittel sollten nicht die Basis des Speiseplans bilden.
  • Alkohol sollte möglichst wenig konsumiert werden.
  • Und Ernährung sollte langfristig zum eigenen Leben passen.

Das sind keine spektakulären Regeln. Genau deshalb sind sie so wertvoll.

Wann eine individuelle Beratung sinnvoll ist

Allgemeine Ernährungsempfehlungen können eine gute Orientierung geben. Sie ersetzen aber keine individuelle Beratung, wenn besondere gesundheitliche Situationen vorliegen.

Bei bestimmten Erkrankungen, Unverträglichkeiten, erhöhtem Nährstoffbedarf oder besonderen Lebensphasen kann die Ernährung gezielt angepasst werden müssen.

Auch wenn Sie regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel einnehmen möchten und unsicher sind, ob diese tatsächlich sinnvoll sind, können Sie sich beraten lassen.

Ihre Apotheke kann dabei eine erste Anlaufstelle für viele Fragen rund um Vitamine, Mineralstoffe, Nahrungsergänzung und eine sinnvolle Anwendung entsprechender Produkte sein.

Gesunde Ernährung ist kein Wettbewerb

Sie müssen nicht besser essen als andere Menschen.

Sie müssen auch nicht jeden Ernährungstrend ausprobieren und nicht jeden Tag alles richtig machen.

Gesunde Ernährung ist kein Wettbewerb und schon gar keine Prüfung, die man bestehen oder nicht bestehen kann.

Es geht darum, Ihren Körper regelmäßig mit dem zu versorgen, was er benötigt, und gleichzeitig ein entspanntes Verhältnis zum Essen zu behalten.

Wenn Sie heute etwas weniger ausgewogen gegessen haben, können Sie morgen ganz normal weitermachen.

Wenn eine Gewohnheit nicht funktioniert, ändern Sie sie.

Wenn Ihnen eine bestimmte gesunde Mahlzeit schmeckt, bauen Sie sie häufiger ein.

So einfach darf Ernährung sein.

Zusammenfassung: Orientierung statt Ernährungsstress

Gesunde Ernährung braucht weder exotische Lebensmittel noch komplizierte Regeln. Viel wichtiger ist die Qualität des gesamten Speiseplans. Eine abwechslungsreiche Auswahl pflanzlicher Lebensmittel, ausreichend Eiweiß, Ballaststoffe, hochwertige Fette und genügend Flüssigkeit bilden eine gute Grundlage.

Achten Sie außerdem darauf, was Sie regelmäßig trinken und welche Lebensmittel häufig auf Ihrem Teller landen. Flüssige Kalorien, stark verarbeitete Produkte, sehr zuckerreiche Lebensmittel und Alkohol sollten nicht zum täglichen Mittelpunkt der Ernährung werden.

Gleichzeitig müssen Sie sich nichts verbieten. Genuss gehört zu einem normalen Leben und darf auch bei einer gesundheitsbewussten Ernährung seinen Platz haben.

Lassen Sie sich von neuen Trends nicht verunsichern. Ein einzelnes Superfood, eine Detox Kur oder ein Nahrungsergänzungsmittel macht keine gesunde Ernährung aus. Entscheidend sind die vielen kleinen Entscheidungen, die sich im Alltag wiederholen.

Wer langfristig denkt, abwechslungsreich isst und seine Ernährung an die eigenen Bedürfnisse anpasst, schafft eine gute Basis für einen gesundheitsbewussten Lebensstil.

Wir beraten Sie gerne weiter 🙂
Ihre Mag. Dietlinde Schönstein und das Team der Maria Treu Apotheke

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